Liebe Besucher - herzlich willkommen zu unserem virtuellen Rundgang durch das Zeiler Photo- und Filmmuseum!

Dies stellt nur einen kurzen Ausschnitt aus dem großen Fundus an Kameras, Zubehör sowie Nippes dar, daher freuen wir uns, Sie persönlich zu einem Rundgang einladen zu dürfen.

Bereits beim Betreten des Fotomuseums werden Sie von einer lebensgroßen Figur eines Kino-Helden begrüßt, die einstmals die Lobby eines Kinos zierte und Besucher anlockte.

Im Vorraum des Museums sehen Sie Kinomaschinen diverser Hersteller, unter anderem zwei Kinomaschinen von Bauer, die spiegelbildlich gebaut wurden, um so als Pärchen dem Bediener seine Arbeit zu erleichtern. Als Besonderheit können wir Ihnen eine Kinomaschine mit Seitenlichteinheit präsentieren, die es erlaubt, großformatige Werbedias auf die Kinoleinwand zu projizieren.

Des weiteren stellen wir verschiedene Kinolampen aus, die in Ihrer typischen Farbgestaltung und Pergamenthülle wohl noch jeder erkennt. Wer erinnert sich nicht daran, dass erst nach dem Gong zum Hauptfilm diese ganz dunkel wurde.
Des weiteren stellen wir Filmplakate aus 3 Jahrzehnten aus.
Ein Highlight ist die original Kinowerbung der neuen Filmbühne aus Lichtenfels, welche wir vor der Vernichtung retten konnten.

Im Seitengang des Museums schließt sich die Galerie des Museums an, in der junge, ambitionierte Fotografen ein Portal erhalten, um sich und ihre Werke vorstellen können.
Diese Möglichkeit wird demnächst virtuell erweitert. Unter der Internetpräsenz
http://www.zeiler-foto-und-filmmuseum.de wird ein weiteres Portal geschaffen, das Fotografen die Chance gibt, auf ihr Werk einer breiten Öffentlichkeit unter Nutzung moderner Medien vorzustellen.

Im Seitenflur steht auch ein echtes Unikat – eine komplette Filmkonfektioniermaschine für 16mm Film.
An der ersten Einheit wird 35mm Rohfilm mit der bekannten doppelseitigen Perforation versehen.
An der zweiten Maschine wird der doppelt gelochte 35mm Film in zwei 16mm Streifen zerschnitten und getrennt aufgespult - die Vorkonfektionierung ist soweit abgeschlossen.
An der dritten Konfektioniermaschine erfolgt die Einbelichtung der Bildnummer, des verwendeten Filmmaterials sowie der Lichtempfindlichkeit.
An der vierten Maschine schließlich wird das Filmmaterial auf Länge geschnitten und in die speziellen Filmspulen aufgewickelt.

Im ersten Raum des Fotomuseums wird die Entwicklung der Fotografie von ihren Anfängen bis zu den heutigen Digitalkameras aufgezeigt.
Hier sehen Sie den Nachbau einer Voigtländer Metallkamera von 1841, die zur Herstellung von Daguerrotypien verwendet wurde, weiter zu Naßplatten- und Reisekameras.
Gezeigt werden hier auch frühe "Detektivkameras" sowie eine Replik der berühmten Kodakbox, die aufgrund ihres Slogans "you take the picture - we do the rest" das Fotografieren erst einer breiten Masse zugänglich gemacht hat.
Der Fotograf hatte nicht weiter zu tun, als die mit ca. 100 Bildern vorgeladene Kamera mit den belichteten Fotografien an Kodak zurück zu senden. Hier wurde der Film entnommen, entwickelt, Papierabzüge erstellt, die Kamera wieder neu geladen und zusammen mit Negativen und Bildern an den Kunden zurück geschickt - ein echtes Recycling-Produkt also.

In einer eigenen Vitrine zeigen wir Boxkameras verschiedener Hersteller. die teilweise als Schulprämie für gute Noten verschenkt wurden, um den eigentlich lukrativeren Verkauf von Filmmaterial zu forcieren. Schon damals wusste man vermeintliche Schnäppchen an Leute, die nicht blöd sind, zu veräußern - lang lebe die Werbeindustrie!

Wir dürfen Ihnen einige wenige Unterwassergehäuse des genialen Konstrukteurs und Erfinders Renè Hugenschmidt zeigen, der als einer der Ersten sich der Entwicklung von Unterwassergehäusen verschrieben hat und hier Pionierarbeit geleistet hat.
Neben der absoluten Wasserdichtigkeit muss die Kamera von außen - auch mit Handschuhen -leicht bedienbar sein, der Auftrieb muss in allen Tiefen möglichst neutral sein.
Wir durften Herrn Hugenschmidt noch persönlich kennen lernen, leider verstarb er vor kurzem in der Türkei.

Daneben stehen Kameras aus Bakelit, einem frühen Kunststoff, dessen Nachteil die enorme Sprödigkeit war. Der Vorteil war jedoch die einfache Herstellung sowie die durch das Spritzverfahren einfach Herstellung von komplizierten Formen - und natürlich der Herstellungspreis.

Eine eigene Abteilung ist den zweiäugigen Kameras gewidmet.
Eine Kuriosität stellt eine alte, verbrannte Contaflex dar, die ein britischer Soldat während des Afrikafeldzuges aus einem abgeschossenen deutschen Panzer geborgen hat und die ihren Weg zurück nach Deutschland fand.

Weiter werden von uns Sucherkameras aus nahezu zwei Jahrhunderten ausgestellt, wobei natürlich Leica-Kameras nicht fehlen dürfen.
Besonders attraktiv ist eine "goldene Leica", eine raffinierte Fälschung auf Grundlage einer russischen Zorki, meist zu erkennen an den vergüteten Optiken.

Die bekannte Firma Rollei aus Braunschweig ist neben zahlreichen Kameras auch mit einem originalen Reparatur- und Prüfplatz aus den 50er Jahren präsent.
Ein Kuriosum sind hier die in original japanischen Zeitungen eingepackten Ersatzteile.

Ein eigenes Sammelgebiet stellen Miniaturkameras dar. Dies ist Kamerabau auf höchsten Niveau! Negativformate von 4x3mm waren keine Seltenheit und verdeutlichen gegenüber dem heute gebräuchlichen Format von 24x36mm, welchen Einfallsreichtum  Ingenieure und Kamerakonstrukteure bewiesen.

Auf der linken Seite sehen Sie Blitzlichter sowie alle Möglichkeiten, ein Objekt aufzuhellen.
Gezeigt werden neben Magnesiumpulverblitzen, Kohlebogenlampen, Synchronblitzgeräten auch Vacublitzbirnen, die man in vorhandene Glühbirnenfassungen einschrauben konnte sowie frühe Elektronenblitze mit den dazugehörenden Akkumulatoren.

Im Anschluss daran werden Laborutensilien präsentiert, die es dem ambitionierten Amateur oder Profi gestatten, seine Negative fachgerecht zu entwickeln, zu retuschieren oder zu colorieren. Auch alle Gerätschaften, die man in einem Labor antreffen kann, werden gezeigt. Dazu gehören Laboruhren, Schalen, Kontaktkopierer als auch Vergrößerer.

Ein neues Sammelgebiet stellt mittlerweile Photonippes dar, angefangen von Ü-Ei-Figuren bis zu hochwertigen Keramik- oder Porzellanmodellen und Spielzeugartikel rund um die Photografie.
Ein ebenso neues Sammelfeld sind die sogenannten Einwegkameras, die oft schon wegen der farbenfrohen Gestaltung sehenswert sind, jedoch nicht unbedingt aufgrund ihrer Bauweise als Einweggerät dem Umweltgedanken Rechnung tragen.

In einer weiteren Vitrine befindet sich ein Querschnitt durch den Spiegelreflexkamerabau - als besonderer Leckerbissen eine Kine-Exakta mit runder Sucherlupe.

In der rechten Raumecke ist eine Szene aus einem Fotografenatelier nachgestellt, die ausgestellte Kamera wurde noch bis weit in die 1970er Jahre in Schweinfurt eingesetzt.
An der Wand hinter dem Fotografen sind diverse Arbeiten ausgestellt, als Highlight hier ein sogenanntes Haarbild.
Aus den Haaren der dargestellten Dame wurden filigrane Blumen, Blätter und Ranken geflochten und säumen den Rahmen des Bildes.

Im ersten Nebenraum präsentieren wir unter dem Motto "100 Jahre Kino" alles rund ums bewegte Bild.
Neben Federwerkskameras diverser Formate über Normal-8, Super-8 hin zu Motorkameras mit allen möglichen Finessen ihrer Zeit zeigen wir auch entsprechende Projektoren, für die teilweise auch Filmmaterial vorhanden ist.

Wir versuchen auch die Vorläufer unseres heutigen Kinos zu zeigen.
Da wären zum einen Praxinoskope, Peep-Eggs aus Alabaster oder auch Kaleidoskope.
Als besondere Rarität darf das Zeiler Photo- und Filmmuseum einen Farbfilm sein Eigen nennen, der auf dem Prinzip des additiven Farbverfahrens beruht sowie eine Fernsehkamera des WDR,die im Bundestag in Bonn über viele Jahre hinweg klaglos und leidensfähig bei den vielen Reden und Debatten der Parlamentarier zugegen war.

Eine eigene Vitrine stellt optisches Spielzeug für Kinder aus, das in einer Zeit, als es noch keine Spielekonsolen oder Handys gab, die Freizeit verschönte und die Phantasie beflügelte.

Auf der Tribüne präsentieren wir Ihnen die Welt in 3-D. Schon seit Urzeiten versucht der Mensch, seine Umgebung mittels räumlicher Darstellungen wiederzugeben.
Den ersten Raumeindruck vermittelten uns die zentralperspektivischen Zeichnungen des 14. Jahrhunderts.
Erst mit der Photografie und der Erkenntnis, dass ein Objekt, welches zeitgleich mit einem Augenabstand von sieben Zentimetern aufgenommen wurde und durch einen speziellen Betrachter angesehen wird, räumliche Tiefe aufweist, verhalf diesem Metier zum Aufschwung und weltweitem Erfolg.

Die Stereoverfahren nach Brewster und Holmes wurden nach und nach verbessert, andere Methoden wie das Linsenraster- das Polfilter- sowie das Anaglyphenverfahren wurden entwickelt.
Dieses Verfahren fand auch im Kino großtechnische Anwendung.

Eine neue und interessante Entwicklung stellen die sogenannten Magic-Eye-Bilder dar, die erst nach längerem Hinsehen ihre wahre Tiefe entfalten.